Alle modernen Plattenspieler lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Einige werden als Basismodell angeboten, das sich im Laufe der Zeit selbst aufrüsten oder modernisieren lässt. Solche Geräte richten sich in der Regel an erfahrene Musikliebhaber und gehören zum höheren Preissegment. Mit viel Mühe und Zeit- und Geldaufwand lassen sich natürlich hervorragende Ergebnisse erzielen.

Gleichzeitig produziert die Industrie zahlreiche Modelle, die sofort einsatzbereit sind. Diese Geräte richten sich an Einsteiger im Bereich Vinyl-Player und sind in der Regel sehr preisgünstig. Genau diese Geräteklasse werden wir nun genauer betrachten.

Einstecken und zuhören
Der Plug-and-Play-Player ist mit allem ausgestattet, was man zum Vinylhören benötigt. Die magischen „Koffer“ mit eingebauten Lautsprechern lassen wir hier natürlich außen vor, da sie nicht zur HiFi-Kategorie gehören. Die Wiedergabebereitschaft bedeutet also, dass der Player an jede beliebige Audioanlage mit einem Standard-Analogeingang angeschlossen werden kann.

Plattenspieler sind mit einem Tonabnehmer ausgestattet, dessen Position werkseitig präzise eingestellt ist. Für unerfahrene Nutzer, die beim Begriff „Bayerwalds Winkelmesser“ noch immer zusammenzucken, ist das eine echte Erleichterung. Doch meist handelt es sich bei solchen Tonabnehmern um Einsteigermodelle, und ein Austausch ist letztendlich nur eine Frage der Zeit (und der entsprechenden Erfahrung).

Darüber hinaus sollte ein solcher Plattenspieler nicht nur über einen eingebauten Tonabnehmer, sondern auch über einen integrierten Phono-Vorverstärker verfügen. Dieses Gerät verarbeitet das von der Schallplatte aufgenommene Signal so, dass es zur weiteren Verstärkung und Wiedergabe über Lautsprecher an ein externes Audiogerät weitergeleitet werden kann. Eingebaute Schaltungen sind oft nach dem Prinzip „Hauptsache, es funktioniert“ implementiert, obwohl sie ihren Zweck durchaus erfüllen. Daher gibt es üblicherweise einen Schalter zum Abschalten dieser Schaltung, sodass bei Bedarf ein externer Vorverstärker verwendet werden kann.

Und generell wird bei der Entwicklung von Plug-and-Play-Geräten aufgrund des günstigen Preises meist Wert auf Wirtschaftlichkeit gelegt, was die Möglichkeit einschränkt, einen wirklich hochwertigen Klang zu erzielen.

Auswahl eines Plug-and-Play-Players
All das trifft auf die meisten Modelle dieser Klasse auf dem Markt zu. Es gibt jedoch Ausnahmen. Einer dieser Player, der mit den gängigen Stereotypen bricht, ist der T2 Super Phono von Pro-Ject. Sehen wir uns an, wie ein Plug-and-Play-Gerät für anspruchsvolle Musikliebhaber sein kann (und sollte).

Zunächst einmal beeindruckt der Plattenspieler durch seine Größe. Er verfügt über ein vergrößertes Gehäuse, selbstverständlich aus MDF gefertigt und mit Dämpfungslagern ausgestattet. Diese Lösung ist an sich schon vorteilhaft – mehr Masse bedeutet weniger Vibrationen. Doch das Geheimnis liegt hier woanders: Der T2 Super Phono besitzt einen 9-Zoll-Tonarm, und das ist bereits ein Zeichen für ein High-End-Modell. Darüber hinaus ist das integrierte Gehäuse mit einem Sumiko Rainier-Tonabnehmer ausgestattet, einem hochwertigen Modell des renommierten japanischen Herstellers. Diesen Tonabnehmer werden Sie in absehbarer Zeit nicht austauschen wollen.

Eine massive Glasplatte auf einem Subteller mit Riemenantrieb ist eine weitere Lösung, die von High-End-HiFi-Modellen übernommen wurde. Hier wird sie durch eine Vibrationsisolierung des Antriebs zur Geräuschminimierung und eine eigens entwickelte Elektronik zur Stabilisierung und Drehzahlregelung unterstützt.

Und nun zum vielleicht spannendsten Teil! Der T2 Super Phono verfügt über einen integrierten Phono-Vorverstärker. Nicht die Tatsache, dass ein Vorverstärker verbaut ist, sondern seine hohe Qualität ist bemerkenswert. Im Gehäuse des Geräts ist ein großzügig dimensioniertes Fach für seine Unterbringung vorgesehen. Und das hat seinen Grund. Der Vorverstärker ist in Form von zwei unabhängigen Kanälen ausgeführt, von denen jeder über eine separate RIAA-Entzerrung verfügt. Alle Bauteile sind rauscharm und wurden für eine präzise Frequenzgangabstimmung sorgfältig ausgewählt.

Klanglich ist diese Schaltung durchaus mit der MM-Sektion des Phono-Vorverstärkers Phono Box S3 B vergleichbar, der in der Fachpresse zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. Der Verkaufspreis des Geräts im separaten Gehäuse liegt bei etwa der Hälfte des Preises des Plattenspielers. Der integrierte Phono-Vorverstärker ist abnehmbar. Dies ist jedoch nur relevant, falls Sie jemals ein MC-Tonabnehmersystem verwenden möchten (die T2 Phono-Klasse ermöglicht dies). Beachten Sie, dass Sie zum Anschluss eines Plattenspielers mit integriertem Phono-Vorverstärker ein herkömmliches Verbindungskabel benötigen, was die Auswahl deutlich erweitert. Das mitgelieferte, herstellereigene Connect it Phono-Kabel ist in dieser Hinsicht jedoch sehr gut.

Entscheidend ist, dass alle Komponenten des Players aufeinander abgestimmt sein müssen. Dies ist bei einer Selbstoptimierung des Modells recht schwierig. Beim T2 Super Phono hingegen wird diese Regel vollständig erfüllt. Man erhält somit ein sofort einsatzbereites High-End-Gerät, das keinerlei Nachbearbeitung mehr erfordert.


