Ist Ihnen aufgefallen, dass sich im Segment der persönlichen High-End-Kopfhörer gerade eine regelrechte Revolution vollzieht? Planarmagnetische Kopfhörer erobern immer mehr die Herzen von Audiophilen und verdrängen die ehemals dominanten dynamischen Modelle in die Vergangenheit. Doch ist die Position von Kopfhörern mit dynamischen Treibern wirklich so schwach, oder müssen sie sich noch beweisen? Die Audio-Technica ATH-A2000Z Kopfhörer wurden in unser Labor eingeladen, um ihren Status als Könige der persönlichen High-End-Kopfhörer zu verteidigen.
Zum Preis eines Stereopaares
Der Audio-Technica ATH-A2000Z ist zwar nicht das älteste Modell der Reihe – es gibt noch einige Varianten mit der Nummer 5000, die doppelt so viel kosten. Doch auch das zweitausendste Modell ist alles andere als günstig. Für dieses Geld bekommt man Planar-Kopfhörer, ältere dynamische Kopfhörer anderer Hersteller und sogar ein Paar sehr gut klingende Regallautsprecher (falls man sich doch einmal gegen eine eigene HiFi-Anlage entscheidet). Wer so viel Geld ausgibt, hat Anspruch auf luxuriösen Klang und exklusive Technologien sowie auf die Verwendung hochwertigster Materialien. Kurzum: Der Audio-Technica ATH-A2000Z bietet alles.

Es ist sinnvoll, die Liste der Vorteile dieses Modells mit dem offensichtlichsten zu beginnen – den geschlossenen Ohrmuscheln. Wer jetzt an Aluminium, Stahl oder gar Kunststoff denkt, liegt falsch: Die Ohrmuscheln sind aus Titan gefertigt. Dieses Material ist extrem hart und leicht. Um das Gewicht des Hauptteils der Ohrmuscheln weiter zu reduzieren und gleichzeitig Resonanzen zu vermeiden, die bei ABS-Kunststoff und anderen günstigen Materialien auftreten können, wurde eine Magnesiumlegierung verwendet. Zur Gewichtsreduzierung tragen nicht nur die Materialien aus der Luft- und Raumfahrt bei, sondern auch die leichte Konstruktion des Kopfbügels, der aus zwei schmalen Stahlplatten und mehreren Kunststoffteilen besteht. Das Ergebnis: Große Kopfhörer mit umschließenden Ohrpolstern, die selbst für breite Ohren geeignet sind, wiegen knapp 300 g! Vergleichen Sie das mit anderen geschlossenen Kopfhörern derselben Größe, selbst wenn diese nicht unbedingt planarmagnetisch sind – Sie werden deutlich beeindruckendere Werte erzielen.

Die massiven 53-mm-Lautsprecher sind in den Ohrmuscheln so angeordnet, dass ihre Abstrahlachse koaxial zum Gehörgang des Trägers verläuft. Die Schwingspule ist mit hochreinem, sauerstofffreiem 7N-Kupferdraht gewickelt. Dieses Kupfer ist eine Legierung aus Eisen, Kobalt und einem geringen Vanadiumanteil, die für eine hohe magnetische Induktion sorgt. Und vor allem: Die Lautsprecher werden in Japan von Hand gefertigt.
Ein Blick von innen
Nach dem Entfernen der Abdeckungen bot sich ein ästhetisch ansprechender Anblick. Man muss kein Akustikingenieur sein, um die Klarheit und Perfektion des Designs, die Qualität der Bauteile und die saubere Verarbeitung zu schätzen. Selbst das Schutzgitter auf der Rückseite des Lautsprechers wirkt wie ein Ausstellungsstück. Reflexionen und Eigenresonanzen der Titanschale werden durch einen runden Einsatz aus dichtem Vliesstoff gedämpft.

Der größte Teil des Raums zwischen Lautsprecher und Ohrmuschel ist mit einem Schaumstoffring ausgefüllt, und ein weiterer Ring ähnlicher Dichte ist außen unter dem Ohrpolster angebracht. Dadurch schaffen die Entwickler die notwendigen Voraussetzungen für den Betrieb des Lautsprechers und erweitern den Frequenzbereich zugunsten tiefer Bässe. Diese Technologie wird als Doppelluftdämpfungssystem bezeichnet.

Das Kopfhörerkabel besteht aus sauerstofffreiem 6N-Kupfer. Es verfügt über einen symmetrischen, Y-förmigen Stecker und ist fest verbaut. Einerseits ist das vorteilhaft, da keine zusätzlichen Lötstellen, Verdrehungen oder lösbare Verbindungen zwischen Stecker und Lautsprecher vorhanden sind. Andererseits sehe ich darin einen großen Nachteil: Die Entwickler nehmen den Nutzern die Möglichkeit, ein anderes Kabel zu wählen, beispielsweise ein Kabel für einen symmetrischen Anschluss, das bei hochwertigen Kopfhörern standardmäßig Standard sein sollte.
Absolut positiv
Alle älteren Audio-Technica-Modelle, die ich bisher getestet habe, hatten ein offenes Akustikdesign. Die Größe der Ohrmuscheln und der Kopfbügel, inklusive der federbelasteten Stopper oder „3D-Flügel“, die den Kopfhörer am Kopf halten, sind jedoch absolut identisch mit dem Audio-Technica ATH-A2000Z. Ich hatte mich schon oft über den Sitz der offenen Kopfhörer beschwert: Sie hielten kaum auf meinem Kopf und rutschten bei der kleinsten Bewegung unter mein Kinn. Umso überraschter war ich, als beim Modell 2000 nichts dergleichen passierte! Der Kopfhörer saß absolut bequem und behielt, egal wie ich meinen Kopf bewegte, die gewählte Position bei.

Ein weiterer wichtiger Vergleichspunkt betrifft die Klangbühne. Dank seiner geschlossenen Bauweise steht der Audio-Technica ATH-A2000Z offenen Modellen in puncto Lautstärke und Räumlichkeit in nichts nach. Zweifellos klingen offene Kopfhörer im direkten Vergleich etwas breiter und freier, doch dieser Unterschied ist angesichts der hervorragenden Geräuschisolierung des Audio-Technica ATH-A2000Z und der Tatsache, dass man ungestört ist, nicht so bedeutend. Genre und Tempo der abgespielten Musik lassen sich nur anhand von Mimik und Kopfbewegungen erahnen. Kurz gesagt: Die Kopfhörer haben uns mit ihren Leistungseigenschaften in jeder Hinsicht überzeugt; jetzt gilt es nur noch, den Klang selbst zu entdecken.
Hochpräzisionsmonitore
Vom ersten Ton an überrascht der Audio-Technica ATH-A2000Z mit seiner absolut präzisen Klangwiedergabe. Nichts klingt aufdringlich, brummt, pfeift oder sticht hervor. Anfangs wirkt der obere Frequenzbereich etwas distanziert, was jedoch den Realismus erhöht und die hohe Auflösung im Mittel- und Tieftonbereich unterstreicht.

Die Klangabbildung wirkt so natürlich, dass sie fast greifbar erscheint und keine aufdringlichen Akzente setzt. Man könnte sogar sagen, der Klang sei unscheinbar, denn die Kopfhörer zeigen keinerlei Charakter – sie geben Musik einfach so präzise und genau wie möglich wieder. Die Hauptvorteile des Audio-Technica ATH-A2000Z werden deutlich, wenn man sich ein Dutzend Testtitel anhört und verschiedene Signalquellen ausprobiert. Der Audio-Technica ATH-A2000Z reagiert blitzschnell auf Änderungen von Inhalt, Quelle und Verstärker und deckt so die Stärken und Schwächen aller Beteiligten auf. Und genau in diesem Moment wird klar, dass der Name der High-Fidelity Art Monitor-Serie nicht zufällig gewählt wurde.

Mit einer maximalen Eingangsleistung von 2 W und einer Impedanz von 44 Ohm verfügen die Kopfhörer über eine recht hohe Empfindlichkeit von 101 dB. Dadurch harmonieren sie nicht nur mit leistungsstarken stationären Verstärkern, sondern auch mit ultrakompakten USB-DACs wie dem Cambridge Audio Dac Magic XS oder dem Audioquest Dragonfly und sogar mit tragbaren Geräten. Die Kopfhörer sind keineswegs wählerisch und holen selbst aus einem alten iPod das Maximum an Klangqualität heraus. Mit jeder Verbesserung der Wiedergabequalität und des Audiomaterials steigt auch die Klangqualität. Die Audio-Technica ATH-A2000Z sind also im wahrsten Sinne des Wortes Studiomonitore.
Kleine audiophile Freude
In Sachen Genre (oder besser gesagt, Genre-Unabhängigkeit) erfüllte der Audio-Technica ATH-A2000Z alle Erwartungen. Egal welche Musik man ihm vorsetzte, er meisterte die Aufgabe stets perfekt. Alle Kritikpunkte am Klang ließen sich letztlich auf die Toningenieure der jeweiligen Aufnahmen zurückführen, da der Kopfhörer alles unverfälscht wiedergab, ohne Fehler zu kaschieren oder mit zusätzlichem Hall zu verfälschen. Falls Halestorm schrill, hell und harsch aufgenommen wurden – hören Sie es sich einfach so an und übertreiben Sie es nicht mit der Lautstärke, schonen Sie Ihre Ohren. Der Kopfhörer lädt zum Entspannen ein – ob Sie nun Dire Straits oder den späten Leonard Cohen hören, hier genießen Sie sowohl ästhetischen Genuss als auch audiophile Genüsse.

„Treading Water“ – Alex Clare begeisterte mit einem außergewöhnlich groovigen und schwungvollen Sound, klarer Instrumententrennung, präsenten Mitten und exzellenter Basswiedergabe. Die für Alex typische, komplexe Klangfülle in ihre Details zu zerlegen, ohne den Gesamteindruck der Komposition zu trüben, ist gar nicht so einfach, wie es zunächst scheint! „No Roots“ – Alice Merton überzeugte mit exzellentem Rhythmus und Klarheit. Die Dynamik der Komposition wurde sehr präzise wiedergegeben: der abrupte Gitarrensound, die prägnanten, dichten Bassdrum-Beats, die eindrucksvollen Pausen am Anfang und der sehr lebendige, natürliche Gesang. Bei diesem Track spielten die Kopfhörer ihre Stärken besonders durch ihre hohe Auflösung aus, die es ermöglichte, selbst kleinste Details der Aufnahme, wie beispielsweise Mikrofon-Gating, hörbar zu machen. Und mir gefiel nicht weniger die Integrität und Ausdruckskraft, mit der die Musik präsentiert wurde. In der Komposition „Giorgio by Moroder“ von Daft Punk schien Maestro Giorgio mir persönlich seine Geschichte zu erzählen und mir dabei in die Augen zu schauen. Und was für eine mitreißende Basslinie danach einsetzte – unbeschreiblich! Und schließlich rundeten die elastischen, warmen Klänge der analogen Synthesizer, die in der zweiten Minute einsetzen, das Ganze ab. Man könnte sie endlos hören!

Dass die von den Kopfhörern vermittelten Emotionen auf den exzellenten Klangeigenschaften beruhen, zeigte sich bei bekannten Aufnahmen unterschiedlicher Qualität. Besonders interessant klangen jene Aufnahmen mit der besten Detailwiedergabe und dem größten Dynamikumfang, insbesondere klassische Musik und diverse groß angelegte Musikdarbietungen, von japanischen Trommeln bis hin zu klassischem Progressive Rock. Wenn ich über die Audio-Technica ATH-A2000Z spreche, möchte ich ausführlich auf ihre Basswiedergabe eingehen. Nicht etwa, weil sie alles andere schlechter könnten, sondern weil es selten ist, große, leistungsstarke Kopfhörer zu finden, die den gesamten Tieftonbereich, einschließlich des tiefen Basses, so klar und präzise wiedergeben können. Die in den technischen Daten angegebene untere Grenzfrequenz von 5 Hz sollte nicht als Übertreibung der Leistungsfähigkeit verstanden werden.
Abschluss
Als jemand, der die Feinabstimmung von Kopfhörern aus erster Hand kennt, kann ich sagen, dass die Arbeit der japanischen Ingenieure exzellent ist. Sie haben eine nahezu perfekte Klangbalance und hohe Auflösung erzielt und dabei den Effekt eines flachen und trockenen Klangs vermieden, der oft bei Geräten auftritt, die auf Messgeräten ideale Werte liefern. Verglichen mit den besten planarmagnetischen Modellen in derselben Preisklasse schlägt sich der klassische dynamische Audio-Technica ATH-A2000Z sehr gut und übertrifft in einigen Eigenschaften seine Konkurrenten aus der Oberklasse deutlich.


