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Audioengine A2+ Wireless: Kompakte Lautsprecher mit vielfältigen Funktionen

Audioengine A2+ Wireless
Audioengine A2+ Wireless
Audioengine A2+ Wireless
8.5

Bei kleinen (nicht Regallautsprechern, sondern kleinen) Lautsprechern hält sich hartnäckig das Vorurteil, dass kleine Lautsprecher immer nur Welpen seien. Es basiert auf physikalischen Prinzipien, die kurz gesagt besagen: „Klein kann keinen vollen Klang liefern.“ Die Audioengine A2+ Wireless haben dieses Klischee widerlegt. Doch das ist Zukunftsmusik. Vor uns liegt ein schlichter Karton mit der Aufschrift: Audioengine 2+ Wireless. Wir öffnen ihn und entdecken darin eine weitere, farbige und informative Verpackung. Auch hier fehlt wieder das „A“ vor der „2“ im Produktnamen. Aber alles passt, es handelt sich tatsächlich um A2+ Wireless. Öffnen wir es. Im Lieferumfang enthalten Zwei kleinere Taschen enthalten ein Netzteil und ein Kabelset. Außerdem ist nahezu alles enthalten, was zum Anschluss des A2+ Wireless benötigt wird: ein Netzwerkkabel zum Netzteil, ein Akustikkabel zum Verbinden von zwei Lautsprechern , ein USB-Kabel zur Übertragung eines digitalen Signals vom Computer und ein analoges Kabel mit zwei Miniklinkensteckern. Selbstverständlich liegt auch die Dokumentation bei – eine Bedienungsanleitung und eine kleine Garantiebroschüre. Das erste Positive möchte ich gesondert hervorheben: Die Verarbeitung und insbesondere das Finish der A2+ Wireless sind makellos. Die Lautsprecher bestehen aus MDF, was aber nur der Herstellerbeschreibung zu entnehmen ist. Die Gehäuse mit ihren leicht abgerundeten Kanten wirken monolithisch. Ich würde die Beschichtung als Klavierlack bezeichnen, obwohl der Hersteller dies nicht bestätigt. Schwarze Metallrückwände sind fest mit dem Gehäuse verbunden. An der Vorderseite befinden sich drei Lautsprecher. Unten ist ein Bassreflexkanal mit Schlitzen angebracht, dessen nach vorne gerichtete Ausrichtung in jedem Fall ein Pluspunkt ist. Ganz oben befindet sich ein Seidenkalotten-Hochtöner, der vertraut aussieht, und der externe Wellenleiter ist praktisch nicht vorhanden – es gibt nur eine kleine konische Vertiefung. Dann – der Mittel-/Tieftonlautsprecher. Sein Diffusor besteht aus einem extrem steifen Verbundmaterial auf Basis von Aramidfasergewebe. Die zentrale Staubschutzkappe ist ebenfalls mit einem imprägnierten Gewebe versehen. Rundherum befindet sich eine schmale und flexible Gummiaufhängung.

Steuerung und Schaltung

Die Audioengine A2+ Wireless-Lautsprecher arbeiten nach dem Master-Slave-Prinzip, d. h. die gesamte Elektronik ist in einem der Lautsprecher (dem linken) integriert. Alle Bedienelemente und Schalter befinden sich an der Rückseite. Die Lautstärkeregelung erfolgt über einen einzelnen Drehregler oben rechts. Dieser dient gleichzeitig als Schalter mit einem Klick in der Nullstellung – ein bekanntes Merkmal. Daneben befindet sich eine „Pair“-Taste (Bluetooth-Kopplung) mit dem entsprechenden Logo. Alle weiteren Funktionen sind Schalter. Zwei Cinch-Eingänge ermöglichen den Anschluss analoger Quellen aus der Heimanlage, vom CD-Player bis zum Plattenspieler (sofern dieser über einen Phono-Vorverstärker verfügt). Zwei Cinch-Ausgänge mit einstellbarem Signal eignen sich ideal für einen Subwoofer. Damit wird der kompakte A2+ Wireless zu einem vollwertigen aktiven Akustiksystem – einem Triphonic. Audioengine bietet einen solchen Subwoofer an, das Modell S8 – wir werden Ihnen in zukünftigen Artikeln mehr darüber berichten. Die analogen Eingänge sind durch eine 3,5-mm-Klinkenbuchse ergänzt – für analoge Signale von einem Computer oder älteren tragbaren Abspielgeräten. Der digitale Eingang ist im Micro-USB-Format ausgeführt. Ein weiterer Eingang dient der Stromversorgung; es handelt sich um einen dreipoligen Anschluss für ein externes Netzteil, ähnlich dem eines Laptops. Die entsprechende Spannung beträgt 17,5 V. Der zweite Lautsprecher ist passiv und wird über das mitgelieferte Lautsprecherkabel mit dem aktiven Lautsprecher verbunden. Beide Lautsprecher verfügen über große, gut dimensionierte Anschlüsse.

Installation

Ein rechteckiges Stück schwarzes Dämpfungsmaterial, ähnlich Polyurethan, ist auf die Unterseite der Gehäuseauflagefläche geklebt. Die Lautsprecher stehen sicher auf einer glatten Tischoberfläche. Bei sehr nahem Hörer empfiehlt sich die Verwendung von Marken-Lautsprecherfüßen. Der A2+ Wireless, genannt Audioengine DS1M, ist um 15 Grad nach oben geneigt, um sich perfekt in den nach hinten geneigten Laptop-Bildschirm einzufügen.

Auf dem Tisch

Wir begannen die Tests im Tischbetrieb. Die Lautsprecher lassen sich problemlos per Berührung einschalten. Danach passiert jedoch nichts. Es ist kein Geräusch zu hören – der eingebaute Class-AB- Verstärker bleibt stumm, bis ein Eingangssignal anliegt. Eine Betriebsanzeige fehlt. Selbst bei nahezu voller Leistung erwärmt sich der Aktivlautsprecher entgegen aller Erwartungen kaum. Die weiße Gehäuseoberfläche (diese Farbe wurde für den Test verwendet; es gibt auch Varianten in Schwarz und Rot) bleibt kühl, und die Metallrückwand erreicht eine angenehme Temperatur. Doch schon die ersten Töne des A2+ Wireless widerlegen alle Vorurteile. Haben Sie irgendwo gelesen, dass es ihnen an Bass mangelt? Fragen Sie den Autor, ob er sie gehört hat! Der Bass ist reichlich vorhanden. Zugegeben, es handelt sich nicht um tiefe, dröhnende Frequenzen, sondern um einen harmonischen, druckvollen Bass. Der Gesamteindruck des Klangs des A2+ Wireless ist warm, röhrenähnlich und sehr ansprechend. Es bleibt, die Feinheiten zu entdecken.

Erste Klänge und ernsthafte Möglichkeiten

Diese Feinheiten erwiesen sich als ziemlich wichtig. Sprich: laut. Schon bei mittlerer Lautstärke wirkt der A2+ Wireless auf dem Schreibtisch etwas beengt. Bei voller Lautstärke kann jeder Büroangestellte damit problemlos eine Party mit Tanz für ein Dutzend Kollegen veranstalten – natürlich mit Erlaubnis des Chefs. Und generell sind diese Mini-Lautsprecher aufgrund ihrer Größe extrem vielseitig. Sie verbessern den Klang Ihres Fernsehers deutlich, und Sie können alles anschließen – vom hochmodernen Digitalstreamer bis zum klassischen Plattenspieler. Dank ihrer kompakten Abmessungen können Sie die Lautsprecher problemlos überallhin mitnehmen. Sie nehmen im Gepäck kaum Platz weg, und Tragetaschen sind bereits im Lieferumfang enthalten. Darüber hinaus behält ihr Röhrenklang seinen Charakter bis fast zur maximalen Lautstärke bei. Ich vermute, dass das System eine Art Limiter enthält. Außerdem wurde der Klang innerhalb der ersten Stunde transparenter und detailreicher – die Einspielzeit war also kein Problem.

Verbindungsoptionen

In der Zwischenzeit testete ich verschiedene Anschlussmöglichkeiten. Ordnet man sie nach aufsteigender Klangqualität, findet sich ganz unten eine Option mit 3,5-mm-Analogeingang. In diesem Fall müssen die A2+ Wireless ein recht verrauschtes Signal vom Kopfhörerverstärker eines Laptops verarbeiten und sind dafür nicht verantwortlich. Die nächste Option ist Bluetooth, das einen deutlichen Qualitätssprung brachte, aber den Eindruck hinterließ, dass da noch mehr geht. Am besten, wenn auch nur subtil, war die USB-Verbindung. Hierbei werden die A2+ Wireless vom Computer als USB-Soundkarte erkannt. Die größte Zufriedenheit mit dem Ergebnis stellte sich schließlich ein, nachdem die Lautsprecher an die linearen RCA-Ausgänge des externen DACs angeschlossen waren. Der Klang war so überzeugend, dass beschlossen wurde, die A2+ Wireless an einer optimalen Position im Hörraum aufzustellen.

Lasst uns zuhören

Nachdem wir die Lautsprecher zweieinhalb Meter voneinander entfernt aufgestellt und zum Hörer hin ausgerichtet hatten, ging es los. Nach einer Weile musste man sich jedoch zusammenreißen: Schließlich sollte man 15-Zentimeter-Lautsprecher nicht mit den Maßstäben von Standlautsprechern in voller Größe betrachten. Aber genau das passierte. Immer wieder musste man sich innerlich korrigieren und sich daran erinnern, dass „diese kleinen weißen“ Lautsprecher spielten und nicht „die großen“, auf denen die kleinen standen. Ich erklärte dies meinem Freund, der dadurch völlig in die Irre geführt wurde. Das Intro von „I Don't Know“ aus Paul McCartneys Album „Egypt Station“ begann mit einem klaren Klavier – etwas, das nicht oft gelingt. Die anschließend hinzugefügten Percussion und der Bass waren gezielt und natürlich. Der elektronische Sound von Yello (Point) gefiel durch seine Direktheit, wenn auch vielleicht etwas gedämpft. Der Gesang blieb trotz aller Eigenheiten lebendig. Und der Bass war voluminös, wenn auch ohne die tiefe Oktave. Die üblichen Teststücke zeigten, dass die A2+ Wireless durchaus vielseitig sind – von der exzellenten Szene in Steve Strauss' „Mr. Bones“ bis hin zum ehrlichen Versuch, den zweiten Akt aus Edvard Griegs Peer-Gynt-Suite „In der Höhle des Bergkönigs“ korrekt wiederzugeben. Das einleitende Klavier klang großartig, klar und präzise, deutlich hervortretend aus der angenehmen Stille. Alles lief gut bis zum Finale, doch für ein Forte mit einem kompletten Sinfonieorchester und einem großen Chor fehlte den A2+ Wireless etwas an Eigenständigkeit. Zurück zur Popmusik: Der fröhliche Mika mit seinen Good Guys klang vom Klavier bis zum Forte in einer exzellenten Interpretation. Der Bass, der das gesamte Arrangement trägt, blieb vom luftigen Beginn bis zu den vollen Orchesterpassagen am Ende des Stücks souverän und klar. Ja, ich gebe zu, dass die A2+ Wireless die musikalische Realität etwas beschönigt haben, aber ich wollte sie einfach nicht ausschalten. Vorteile: Design, Verarbeitungsqualität und für die Größe erstaunlich hohe Lautstärke. Nachteile: Fehlende Anzeige. Fazit: Den Ingenieuren von Audioengine ist es gelungen, mehr als nur gewöhnliche Computerlautsprecher zu entwickeln, zumindest was Klangvolumen und Preis-Leistungs-Verhältnis angeht.

Spezifikationen:

  • Verstärker: Klasse AB
  • Gesamtspitzenleistung: 60 W (15 W RMS/30 W Spitze pro Kanal)
  • Treiber: 2,75"-Tieftöner mit Aramidfasermembranen, 0,75"-Seidenkalotten-Hochtöner
  • Anschlüsse: 3,5-mm-Stereo-Miniklinke, Cinch L/R, USB, Bluetooth
  • USB-Eingangsauflösung: bis zu 16 Bit 48 kHz
  • Bluetooth-Empfänger: CSR8670
  • Bluetooth-Typ: 5.0
  • Bluetooth-Eingangsbits: 16 Bit
  • Unterstützte Codecs: aptX, AAC, SBC
  • Ausgänge: RCA (einstellbar)
  • Signal-Rausch-Verhältnis: >95 dB (typisch A-bewertet)
  • THD+N: <0,05 %
  • Frequenzgang: 65 Hz–22 kHz ±2,0 dB
  • Schutzfunktionen: Ausgangsstrombegrenzung, Übertemperaturschutz, Schutz vor Ein-/Ausschalttransienten
  • Stromversorgung: 100–240 V, 50/60 Hz
  • Standby-Stromverbrauch: 10 W
  • Abmessungen (H x B x T) eins: 15,2 x 10,2 x 13,3 cm
  • Gewicht: links (aktiv) 1,6 kg, rechts (passiv) 1,4 kg
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