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Polk Audio S60: Perfektion

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Polk Audio S60
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Die Überwindung von Vorurteilen bei der Bewertung großer amerikanischer Lautsprecher bleibt eine Herausforderung. Die anhaltende Diskussion über die charakteristischen Klangeigenschaften von HiFi-Systemen aus verschiedenen Ländern hat zu hartnäckigen Stereotypen über den amerikanischen Ansatz geführt, insbesondere zur Vorliebe für einen ausgeprägten Bass und einer eher zurückhaltenden Wiedergabe des restlichen Frequenzspektrums. Doch entspricht diese Wahrnehmung der Realität? Diese Frage wird durch die Einführung der Standlautsprecher S60, den akustischen Spitzenmodellen der Signature-Serie, die beispielhaft für den charakteristischen Polk-Audio-Klang stehen, noch verstärkt. Polk Audio zählt zu den meistverkauften Audiomarken in den Vereinigten Staaten, was die Bedeutung dieser Lautsprecher zusätzlich unterstreicht.

Design

Hohe Absatzzahlen implizieren in der Regel Massenproduktion, was Designs erfordert, die sich unter den aktuellen Fabrikbedingungen effizient und einfach herstellen lassen. Dies führt oft zu geometrisch einfacher Technologie, wie beispielsweise rechteckigen Formen. Leider kann dieser Ansatz mitunter die Klangqualität von Lautsprechern beeinträchtigen, selbst bei solchen namhafter Marken in einer ähnlichen Preisklasse.

Die Polk Audio Signature-Serie bricht mit der Norm durch ihr raffiniertes Design. Anders als die schlichten, rechteckigen Formen, die man oft bei Massenprodukten sieht, zeichnen sich diese Lautsprecher durch sanft gerundete Kanten entlang der horizontalen Rippen des Gehäuses aus, die bei genauerem Hinsehen ein komplexes Design offenbaren. Die Gehäuse sind makellos verarbeitet und weisen keinerlei sichtbare Mängel auf, obwohl die Vinyl-Oberfläche sichtbar ist. Erhältlich in drei Ausführungen – Weiß, Schwarz und einem natürlichen Braunton mit Walnuss-Optik – bedienen sie eine Vielzahl ästhetischer Vorlieben. Das Design wird zusätzlich durch mehrere Paare robuster Sechskantschrauben betont, die einen starken Kontrast zur makellosen Oberfläche des Gehäuses bilden und eher einen industriellen als einen luxuriösen Eindruck vermitteln. Auch die Lautsprecheranordnung im Gehäuse ist bemerkenswert. Im oberen Drittel befinden sich vier Lautsprecher, darunter drei identische Tiefmitteltöner. Diese Treiber verfügen über Kunststoffdiffusoren mit konkaven Staubschutzkappen, die sich nahtlos in die Textur der Frontplatte einfügen. Für alle, die einen dezenteren Look bevorzugen, ist eine magnetische Stoffabdeckung erhältlich. Dieses Gitter kann die gesamte Vorderseite des Lautsprechers von oben bis unten abdecken und bietet so eine alternative, völlig neutrale Optik.

Der S60 verfügt an seinem Sockel über vier Stützen, die über die Abmessungen des Turms hinausragen und so seine Stabilität deutlich erhöhen. Ohne Abdeckung wirkt der Lautsprecher dank einer modifizierten Version der Polk Power Port Deep Bass-Technologie fast schwebend. Diese einzigartige Konstruktion hebt den S60 von herkömmlichen Standlautsprechern ab. Design und Leistung des S60 sind maßgeblich von Polk Audios patentierter Dynamic Balance-Technologie beeinflusst, die neben dem Klippel-System einen Eckpfeiler der Produktentwicklung darstellt. Das Entwicklungsteam von Polk Audio analysiert jede Lautsprecherkomponente anhand elektroakustischer und mechanischer Parameter. Ziel ist die Optimierung der Materialauswahl und der Geometrie der beweglichen Teile. Diese Technologie ist entscheidend, um potenzielle Probleme, die die Klangqualität beeinträchtigen könnten, bereits in der Designphase zu erkennen und zu beheben und so den Entwicklungsprozess neuer Modelle zu beschleunigen. Allerdings schränkt dieser Ansatz die Vielfalt der verfügbaren Lautsprecherdesigns ein.

Das Highlight beginnt ganz oben und ist der Hochtöner. Der S60 verfügt über einen neu entwickelten Terylen-Kalottenhochtöner mit ferromagnetischer Flüssigkeit im Magnetspalt zur Kühlung. Dieser Hochtöner ist mit einem gekrümmten Wellenleiter ausgestattet, der sein Abstrahlverhalten deutlich erweitert. Optisch ähnelt er einem Horn mit einer auffallend großen Öffnung und hat die Form eines rotierenden Körpers. Er trägt stolz den Markennamen, das Gründungsjahr und verkörpert die Essenz von „American HiFi“, wie bereits erwähnt. Die Kalotte des Hochtöners ist im Vergleich zu den meisten anderen Modellen etwas flacher und wird von einer einzigartigen, aus demselben Material gefertigten Einwellenaufhängung umschlossen. Die Oberfläche wirkt textilähnlich und ist wahrscheinlich mit einer Beschichtung versehen, die ihr eine leicht raue, silbrig-gelbliche Textur verleiht. Die technischen Daten des Hochtöners sind beeindruckend: Er weist eine obere Grenzfrequenz auf, die doppelt so hoch ist wie die üblicherweise angenommene Hörschwelle. Diese Designentscheidung deutet auf die Fähigkeit des Hochtöners hin, höhere Obertöne präzise wiederzugeben und trägt so zu einem natürlichen und mühelosen Klang bei. Zusätzlich wurde die Resonanzfrequenz abgesenkt – eine logische und passende Anpassung angesichts der konstruktionstechnischen Besonderheiten der Mittel-/Tieftonkomponenten des S60.

Beim Design der Polk Audio S60 kamen einige clevere Techniken zum Einsatz. Unterhalb des Hochtöners sind drei identische Treiber in einer Reihe angeordnet. Diese Treiber erzeugen einen „mondähnlichen Glanz“, der durch die Verwendung eines Polypropylen-Glimmer-Verbundmaterials entsteht, und sind von schwarzen Butylkautschuk-Sicken umschlossen. Der Hersteller hebt Merkmale wie vierlagig gewickelte Schwingspulen, den Einsatz von Keramikelementen und Doppelmagnete hervor, die für eine gleichmäßige Feldverteilung über die gesamte Schwingspulenlänge sorgen. Die Polk Audio S60 allein anhand der Anzahl der unterstützten Frequenzbänder zu kategorisieren, ist jedoch etwas irreführend. Die Rückseite des Gehäuses verfügt über vergoldete Lautsprecheranschlüsse, die sowohl traditionelle Zweidraht- als auch Bi-Wiring-Verbindungen ermöglichen, indem die Verbindungsbrücken entfernt werden. Die technischen Daten geben sogar die Übergangsfrequenz zwischen Tief- und Hochton an. Auf den ersten Blick könnte man diese Standlautsprecher für Zwei-Wege-Systeme mit einem Hochtöner und drei Tieftönern halten. Diese vereinfachte Klassifizierung wird jedoch den innovativen Design- und Leistungsnuancen der S60 nicht vollständig gerecht.

Die Polk Audio S60 verfügt über eine ausgeklügelte Kaskadenweiche mit Folienkondensatoren und Luftspulen im Hochtonbereich. Polk Audio verspricht damit ein nahtloses, naturgetreues Klangbild über das gesamte hörbare Frequenzspektrum. Genauer gesagt: Der dem Hochtöner am nächsten liegende Treiber übernimmt die Rolle eines klassischen Mitteltöners, wie man ihn von Zwei-Wege-Systemen kennt. Sein Frequenzgang ist im oberen Bereich präzise definiert und fügt sich nahtlos in den Hochtonbereich an der in der Dokumentation angegebenen Übergangsfrequenz ein. Dieser Mitteltöner reicht auch in den Tieftonbereich hinein, erreicht aber nicht ganz den Frequenzgang des Hochtöners. Der tiefste Treiber ist auf eine präzise Basswiedergabe abgestimmt und ahmt die Funktion eines Drei-Wege-Systems nach. Jeder Übergang im Frequenzgang der Treiber zeichnet sich durch eine individuelle Flankensteilheit aus. Dadurch arbeiten alle drei Treiber im Tieftonbereich zusammen und erzeugen eine kombinierte Abstrahlfläche, die der eines klassischen 10-Zoll-Tieftöners entspricht. Mit zunehmender Frequenz verringert sich diese effektive Abstrahlfläche logischerweise schrittweise, wodurch eine ausgewogene und dynamische Klangwiedergabe über das gesamte Frequenzspektrum gewährleistet wird.

Man könnte annehmen, dass Polk Audios Entscheidung, im S60 drei identische Treiber zu verwenden, eine für die Massenproduktion typische Kostensparmaßnahme war. Die Signature-Serie, zu der der S60 gehört, zeugt jedoch von einem hohen Qualitätsanspruch und einem durchdachten Design. So verfügt beispielsweise der Regallautsprecher S10 aus derselben Serie über einen kleineren, exklusiv für dieses Modell entwickelten 4-Zoll-Mitteltöner. Dies deutet darauf hin, dass die Verwendung identischer Treiber im S60 eine bewusste Designentscheidung und kein Kompromiss ist. Ein genauerer Blick auf den Lautsprechersockel offenbart eine weitere Facette der technischen Finesse von Polk Audio. Der Sockel des Gehäuses besteht aus dem resonanzarmen MDF-Material Meddite, das Teil der von Polk Audio entwickelten Power Port Deep Bass-Technologie ist. Der Power Port ist ein patentiertes Bassreflexsystem zur Verbesserung der Tieftonwiedergabe. Er ist nach unten gerichtet und führt zu einem koaxialen, konkav geformten Konus, der auf der Grundplatte montiert ist. Diese innovative Konstruktion erzeugt einen kreisförmigen Gegenöffnungskanal, der den Luftstrom gleichmäßig und gleichmäßig über 360 Grad in der horizontalen Ebene verteilt und so zur effizienten und raumfüllenden Basswiedergabe des Lautsprechers beiträgt.

Das Hauptziel des Designs ist die Vergrößerung des Portquerschnitts, um eine laminare Luftströmung ohne Turbulenzen zu gewährleisten. Dieser Ansatz bildet die Grundlage für den klaren und tiefen Bassklang des S60. Das Design des Lautsprechers, einschließlich der vier Eckstützen und des Frontgitters, ist sorgfältig darauf ausgelegt, das kreisförmige Abstrahlverhalten nicht zu beeinträchtigen. Diese Designphilosophie minimiert den Einfluss der Lautsprecherposition auf die Basswiedergabe und ermöglicht so mehr Flexibilität bei der Aufstellung im Raum, ohne Kompromisse bei der Klangqualität einzugehen. Darüber hinaus verbessert Polk Audios innovativer Ansatz beim Design des Bassports nicht nur die Klangwiedergabe, sondern steigert auch die Effizienz des Systems im Tieftonbereich. Verschiedenen Quellen zufolge erhöht sich diese Effizienz um etwa 3–6 dB. Diese Effizienzsteigerung führt zu einer kraftvolleren und dynamischeren Basswiedergabe und bereichert das Hörerlebnis mit volleren und resonanteren tiefen Frequenzen.

Klang

Polk Audio vermarktet die S60 als den Inbegriff eines „echten amerikanischen HiFi-Lautsprechers für Heimkino“ und hebt ihre Vielseitigkeit jenseits des reinen Kinoerlebnisses hervor. Dank ihres Designs und ihrer Spezifikationen eignet sie sich hervorragend als Stereopaar für Musikgenuss, ohne Kompromisse bei Qualität oder Leistung. Die Empfindlichkeit ist ein herausragendes Merkmal der Polk Audio S60 und zeigt die Fähigkeit der Lautsprecher, Verstärkerleistung effizient in Klang umzuwandeln. Diese Eigenschaft deutet darauf hin, dass die S60-Lautsprecher mit einer Vielzahl von Verstärkern bestens harmonieren. Ob moderner, leistungsstarker Transistor- oder Digitalverstärker oder ein Vintage-System, das für seinen warmen und unverwechselbaren Klang bekannt ist – die S60 ist für optimale Leistung konzipiert und beweist ihre Flexibilität und ihr Potenzial, das Beste aus jedem Audio-Setup herauszuholen. In einem Praxistest wurde die S60 mit einem hochwertigen Hörsystem getestet, bestehend aus dem ORPO BDP-105D Player, dem Classe Sigma SSP mk II Vorverstärker-Prozessor und den Classe AMP 2 Endstufen. Diese Konfiguration, die die Lautsprecher nahezu an ihre Leistungsgrenze bringen kann, wurde für den Beginn der Evaluierung gewählt, um die Bandbreite der Leistungsfähigkeit der S60 in Kombination mit erstklassiger Audioausrüstung zu erkunden.

Die S60-Lautsprecher demonstrierten ihre Fähigkeit, über einen breiten Lautstärkebereich hinweg eine gleichbleibend hohe Klangqualität zu liefern. In einem Raum von etwa 25 Quadratmetern erwiesen sie sich als leistungsstark genug, um ein Dutzend ausgelassener Gäste zu unterhalten und die Partystimmung möglicherweise auch auf die Nachbarn auszudehnen. Die Wiedergabe von Daft Punks „Get Lucky“ demonstrierte die Fähigkeit der Lautsprecher, eine beeindruckende Club-ähnliche Klangtreue ohne Verzerrungen zu erzeugen, die sich durch einen elastischen, tiefen und voluminösen Bass auszeichnete, der nicht nur hörbar, sondern förmlich spürbar war. Nach Anpassung der Lautstärke auf ein feineres Niveau wurde die Klangprüfung mit verschiedenen Testmusiken fortgesetzt, beginnend mit den Klassikern. Griegs „In der Halle des Bergkönigs“ aus „Peer Gynt, Suite Nr. 1, Op. 46“ offenbarte besonders deutlich die Stärken der S60 in Bezug auf Mikrodynamik und Klarheit. Selbst im Crescendo, als alle Instrumente ein Fortissimo erreichten, verkam der Klang nicht zu einem chaotischen Durcheinander. Stattdessen blieb es möglich, die einzelnen Instrumente nahezu jeder Instrumentengruppe innerhalb des Sinfonieorchesters gedanklich zu trennen und zu identifizieren. Dieses Erlebnis wurde durch eine leicht erhöhte, aber dennoch klar abgegrenzte und gut vom Klangherd getrennte Klangbühne weiter verstärkt. Darüber hinaus erwies sich der optimale Hörbereich, der sogenannte „Sweet Spot“, als bemerkenswert großzügig, sowohl in der Breite als auch in der Tiefe, sodass er eine Vielzahl von Hörpositionen ermöglichte, ohne die Klangqualität zu beeinträchtigen.

Die S60-Lautsprecher setzen die Klanganalyse fort und präsentieren weiblichen Jazzgesang, wie beispielsweise in Sinne Eegs „My Treasure“, mit einer Lebendigkeit, die für manche Hörer fast schon zu hell wirken mag. Diese charakteristische Helligkeit erstreckt sich auch auf die Wiedergabe von Violine und Blasinstrumenten in Kammermusik und deutet auf eine mögliche Vorliebe für ausgeprägtere Höhen hin. Der Bass in Stücken wie „Knock Out“ von Band Waggon ist zwar emotional packend, könnte aber für einige Hörer von einem strafferen, „trockeneren“ Klang profitieren. Die S60-Lautsprecher entfernen sich in ihrer Wiedergabe von einem neutralen Monitorklang und präsentieren stattdessen ein Klangprofil, das reich an Emotionen und ausgesprochen präsent ist – Eigenschaften, die man als typisch amerikanisch bezeichnen kann. Diese unverwechselbare Klangsignatur der S60 kommt besonders bei Stücken zum Tragen, die mit einem rohen, unverfälschten Ansatz aufgenommen wurden, wie etwa Billy Gibbons' „Treat Her Right“ von ZZ Top, wo die Lautsprecher die Energie und Textur der Musik mit bemerkenswerter Leichtigkeit wiedergeben. Auch AC/DCs „Thunderstruck“ wird mit voller Wucht und Bravour dargeboten und fängt die Essenz der mitreißenden Performance der Band kompromisslos ein. Durch diese Hörerlebnisse beweisen die S60s ihren Charakter und bieten einen kraftvollen, emotionalen und unverkennbar amerikanischen Sound, der all jene anspricht, die eine lebendige und dynamische Musikdarbietung schätzen.

Abschluss

Die Polk Audio S60 Lautsprecher entziehen sich einer einfachen Genre-Zuordnung und beweisen ihre Vielseitigkeit in unterschiedlichsten Musikrichtungen, von Elektropop bis hin zu Live-Orgelmusik. Diese Anpassungsfähigkeit setzt voraus, dass der Hörer einen kräftigen Bass schätzt und sich für die Musik interessiert. Die S60 zeichnen sich durch einen dynamischen Frequenzgang aus, der von druckvollen Bässen bis hin zu feinsten Details in den Höhen reicht und sie somit außergewöhnlich vielseitig einsetzbar macht. Obwohl sie sich hervorragend für die Musikwiedergabe eignen, sollte man ihre Rolle im Heimkino nicht außer Acht lassen. Als Frontlautsprecher eingesetzt, decken die S60 die tiefen Frequenzen so präzise ab, dass ein Subwoofer optional ist. Diese Eigenschaft unterstreicht die Doppelfunktion der Lautsprecher: Sie eignen sich sowohl als Stereopaar für die Musikwiedergabe als auch als integraler Bestandteil eines Surround-Sound-Systems und bieten somit eine umfassende Audiolösung für unterschiedlichste Hörgewohnheiten und Anwendungsszenarien.

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