Die PreSonus Eris E3.5 sind als Multimedia-Lautsprecher oder Heimstudio-Monitore positioniert. Sie stellen das Einsteigermodell der Studio-Lautsprecher von PreSonus dar. Die wichtigsten Merkmale der Monitore sind ihre geringe Größe, ihr niedriges Gewicht und ihr günstiger Preis. Die Eris E3.5 sind kompakte Studio-Monitore, die sich an Laptop, Xbox oder Smartphone anschließen lassen oder sogar in einem Rucksack verstaut werden können, um überall ein Studio einzurichten. Es gibt zwei Versionen – eine mit Bluetooth-Empfänger (Presonus Eris E3.5 BT) und eine ohne. Beide Modelle sind in ihren grundlegenden Eigenschaften identisch. Ich habe das Modell ohne Bluetooth erhalten und werde daher darüber berichten.
Verpackung und Ausrüstung
Die Lautsprecher werden in einer altmodischen Verpackung mit Fotos, Werbeslogans und detaillierten technischen Daten geliefert – ganz wie in den 90er-Jahren. Es handelt sich also nicht um farblosen, organischen Karton, wie er heute üblich ist. In der Box befanden sich ein etwa anderthalb Meter langes RCA-Kabel (3,5 mm, 3,5 mm, 3,5 mm) und ein anderthalb Meter langes Standard-Lautsprecherkabel. Es handelt sich zwar um einfache Kabel für den Budgetbereich, aber ich bin sicher, dass sie ausreichen. Zum Anschluss an den DAC verwendete ich mein bewährtes, separat erworbenes Kabel. Ebenfalls in der Box enthalten ist eine sehr knappe Bedienungsanleitung ohne jegliche technische Daten. Erwähnenswert ist, dass fast alle PreSonus-Geräte, einschließlich der Eris E3.5, einen Code besitzen, der im System https://my.presonus.com/home registriert werden kann. Dadurch erhält man kostenlos Software aus dem Studio Magic-Paket. Ich konnte dies nicht überprüfen; die Broschüre weist lediglich darauf hin. Sollten diese Informationen aus irgendeinem Grund ungültig oder veraltet sein, bitte ich um Verzeihung.
Design und Ergonomie
Das Lautsprechergehäuse besteht aus mitteldichter Faserplatte (MDF), die mit mattem Vinyl beschichtet ist – laut Herstellerangaben handelt es sich um vinylbeschichtete MDF-Platten. Die Lautsprecher sind mattschwarz und sehen meiner Meinung nach sehr gut aus, anders als beispielsweise KRK, Mackie, Yamaha usw. Sie verzichten auf farbige Elemente am Gehäuse, und die Treiber treten nicht hervor, was ich persönlich als großen ästhetischen Pluspunkt empfinde. Die Qualität des Gehäuses und der Lautsprecher ist generell gut, alles ist glatt und passgenau verarbeitet. Die angenehme, matte Oberfläche ist unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken und Flecken. Die Monitore wirken keineswegs billig. Der Hochtöner, auch HF-Treiber genannt, besteht aus einer Seidenkalotte mit einem Durchmesser von 2,6 cm und ist mit einem stabilen Gitter versehen. Darunter befindet sich ein Mitteltöner (oder Tieftöner) aus dunkelgrau-blauem Kevlar mit einem Durchmesser von 9 cm. Auf der Vorderseite, unterhalb der Hoch- und Mitteltöner, befindet sich ein Lautstärkeregler mit einem Durchmesser von etwas über einem Zentimeter. Daneben finden sich als praktisches Extra ein Aux-Eingang und ein Kopfhörerverstärker ( beide 3,5 mm). Ein Schalter befindet sich auf gleicher Höhe darunter. Die Ergonomie ist meiner Meinung nach äußerst einfach und komfortabel; alles Notwendige ist auf der Vorderseite angeordnet. Der Lautstärkeregler lässt sich sehr leichtgängig und griffig bedienen, obwohl ich persönlich die Lautstärke lieber anders einstelle. Über dem Regler befindet sich eine unaufdringliche blaue Leuchte. Abgesehen davon gibt es keine weiteren leuchtenden oder störenden Elemente. Auf der Rückseite der Lautsprecher befinden sich ein Bassreflexrohr, Regler für Hoch- und Mitteltöner, die Haupteingänge und ein Ausgang für den linken Lautsprecher. Die Lautsprecher sind sehr klein und leicht, insbesondere für Aktivmonitore. Lassen Sie sich aber nicht von der Größe täuschen. Ich bin überzeugt, dass die kompakte Größe ihr größter Vorteil ist und für viele wahrscheinlich der Hauptgrund für den Kauf sein wird. Ich würde PreSonus raten, das Angebot an Ständern für ihre Monitore zu erweitern, da es sich als schwierig erwiesen hat, gute neigbare Ständer zu finden.
Klang
Die Lautsprecher beeindrucken sofort mit ihrer Lautstärke und Lebendigkeit im Verhältnis zu ihrer Größe. Beim ersten Einschalten war ich angenehm überrascht. Sehr schnell und dynamisch, detailreich und gleichzeitig relativ linear – eine großartige Kombination! Der Klang ist auch direkt nach dem Auspacken absolut zufriedenstellend, ohne lästige Kalibrierungen und Equalizer-Einstellungen – das ist bei Monitoren, die dreimal so viel kosten, oft nicht der Fall. Ich hatte keinerlei Bedürfnis nach Anpassungen; sie lieferten mir direkt nach dem Einschalten den für mich optimalen Klang. Die PreSonus Eris E3.5 verfügen über einen rückseitigen Bassreflexkanal, daher ist, wie üblich, der Bass umso präsenter, je näher sie an der Wand stehen. Der Hersteller hat sich die Mühe gemacht, eine ausführliche Anleitung zu den Aufstellungsmöglichkeiten der Lautsprecher zu verfassen, die einen großen Einfluss auf die korrekte Wiedergabe des 3D-Klangs hat. Die Anleitung ist auf der offiziellen Website zu finden; ich empfehle allen Besitzern, sie zu lesen. Ich möchte anmerken, dass die Eris E3.5 und auch die Eris E4.5 im Gegensatz zu ihren größeren Brüdern keinen Akustikraumregler besitzen, der die Anpassung der Monitore an die Wandposition ermöglicht. Meiner Beobachtung nach erzielt die Eris E3.5 die besten Ergebnisse bei einem Abstand von maximal 30 cm und minimal 20 cm zur Rückwand (sofern vorhanden) in vertikaler Position. Der Hochtöner sollte sich dabei exakt auf Ohrhöhe befinden und die Vorderseite zum Hörer ausgerichtet sein, also so, als würde man direkt hineinschauen. Der Abstand zwischen Hochtöner und Ohr beträgt 40 cm bis 70 cm. Wichtig ist außerdem, dass sich keine Ecken in der Nähe befinden, insbesondere wenn die Seitenwände unterschiedlich weit entfernt sind und eine davon näher als einen halben Meter am Lautsprecher steht. In meinem Fall zeigten die Lautsprecher ihre maximale Leistung, als der Lautstärkeregler auf 10–11 Uhr eingestellt war, was etwa unter 20 % der maximalen Eingangslautstärke entspricht. Für einen Abstand von einem Meter zum Hörer ist das mehr als ausreichend, besonders wenn sich dahinter eine Fläche befindet, die als Reflektor dient. Dies ist lediglich meine Beobachtung und entspricht nicht vollständig den Empfehlungen von PreSonus. Die genaue Aufstellung Ihrer Monitore liegt in Ihrer Verantwortung. In meinem Fall wurden die Lautsprecher über ein kurzes Cinch-Kabel an einen günstigen DAC – den SMSL Sanskrit 10th MK II – angeschlossen. Zu den kleinen Nachteilen möchte ich Folgendes erwähnen: Ein kaum wahrnehmbares Hintergrundrauschen, ein Zischen, das sowohl bei anliegendem als auch bei nicht anliegendem Signal zu hören ist. Es ist nicht stark, aber vorhanden. Mir wurde einmal gesagt, dass symmetrische TRS-Anschlüsse das Problem lösen würden. Leider hatte ich keine Gelegenheit, dies zu überprüfen und kann es daher nicht bestätigen. Außerdem ist beim Ein- und Ausschalten ein leichtes Klickgeräusch zu hören. Ich vermute, es liegt an der einfachen Handhabung des Netzteils und/oder des Verstärkers. Eine weitere, ihrer Größe geschuldete Nuance (die ich nicht als Nachteil sehe) ist der Mangel an tiefen Frequenzen. Manchmal fällt dies auf, manchmal ist es überhaupt kein Problem. Die PreSonus Eris E3.5 haben einen Frequenzabfall von 120 Hz bis 70 Hz und dann eine fast abrupte Grenzfrequenz. Das heißt, sie arbeiten mehr oder weniger bis zu den angegebenen 80 Hz; das Signal unter 120 Hz kann per Software angehoben werden. So lässt sich eine lineare Wiedergabe bis 80 Hz erreichen. Falls der Bass wirklich nicht ausreicht, empfiehlt PreSonus einen Subwoofer, zum Beispiel den Eris Sub8. Alternativ kann man auch auf ein älteres Modell wie den Eris E7 XT zurückgreifen. Ich möchte auch noch etwas zum Kopfhörerverstärker sagen. Wie bereits erwähnt, ist die Kopfhörerbuchse an der Vorderseite ein nettes Extra. Zugegeben, die Qualität des Verstärkers ist nicht mit einem stationären Gerät vergleichbar, aber ich war von seiner praktischen Handhabung überzeugt. Nach stundenlangem Hören kann ich keine größeren Einwände gegen den Kopfhörerverstärker erheben. Ich denke, er eignet sich eher für den kurzfristigen Einsatz als für die dauerhafte Nutzung, wenn man spontan auf Kopfhörer umsteigen möchte. Besonders praktisch ist, dass die Klangregelung auch diesen Ausgang beeinflusst, sodass man Höhen und Bässe direkt am Kopfhörer anpassen kann. Ich kenne die interne Entkopplung dieser Monitore nicht, da es dazu keine Informationen gibt. Aux und RCA scheinen jedoch identisch zu sein; ich konnte keinen Unterschied feststellen. Da ich keinen symmetrischen DAC zur Hand hatte, habe ich einen Standard-RCA-Eingang verwendet, über den die Lautsprecher hervorragend klingen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass sie etwas anderes benötigen. Wer jedoch aus irgendeinem Grund empfindlich auf Hintergrundgeräusche reagiert, dem empfehle ich, einen symmetrischen Eingang auszuprobieren.
Was die Lautsprecher selbst betrifft: Der Hochtöner klingt extrem klar und ausgewogen, mit viel Leistungsreserven und hoher Detailtreue. Der Hochtöner hat eine mäßig breite Abstrahlung, erzielt aber seine besten Ergebnisse in kurzer Entfernung vom Fokuspunkt. Die Frequenzweiche arbeitet bei 2,8 kHz. Der Mitteltöner (dieses Modell hat aufgrund der 80-Hz-Grenze keinen Tieftöner) besteht aus einem Kevlar-haltigen Verbundmaterial, was dem Klang eine sehr dynamische und lebendige Note verleiht. Der Bassbereich ist sehr detailliert, schnell und präzise und innerhalb angemessener Lautstärkegrenzen sehr sauber. Die Eris E3.5 demonstrieren gute Fähigkeiten in der 3D-Raumwiedergabe. Bei korrekter Positionierung ist das Gefühl von Dreidimensionalität auf einem guten Niveau. Nichts Außergewöhnliches, aber mitunter entsteht ein fast vollständiges Präsenzgefühl. Meiner Beobachtung nach sollte der Schnittpunkt von Linien, die von den Hochtönern der beiden Monitore ausgehen, idealerweise etwa hinter dem Kopf des Zuhörers liegen, um die Szene – sofern sie in der Aufnahme vorhanden ist – „vorzufinden“. Für alle, die Wert auf 3D-Klang legen, empfiehlt PreSonus die Sceptre-Serie mit Koaxialtreibern – allerdings in einer ganz anderen Preisklasse. Die Eris E3.5 hingegen verfügt über recht flexible Treiber, die sich mithilfe von Equalizern und verschiedenen Plug-ins optimal an den Klang anpassen lassen. Ich habe mit dem Equalizer experimentiert, um den Klang meinem Geschmack anzupassen, und war von der beeindruckenden Flexibilität der Lautsprecher begeistert. Dies deutet auf eine hochwertige und effiziente Lösung sowohl für den Verstärker als auch für die Lautsprecher selbst hin. Im Tieftonbereich, wo der Frequenzgang abfällt, lässt sich mit einem Equalizer ein Ausgleich bis fast 70 Hz erzielen, was sehr gut ist. Mithilfe spezieller Software und einfacher Messungen lässt sich bei Bedarf sogar ein nahezu gleichmäßiges Signal erreichen. Vergleichbare Ergebnisse waren beispielsweise mit M-Audio-Monitoren ähnlicher Bauform aus den späten 2000er-Jahren nicht möglich. All das ist angesichts der Größe, des Gewichts und des Preises der Eris E3.5 beeindruckend. Bei geringer Lautstärke weisen die Lautsprecher keine erkennbaren Probleme auf, mit zunehmender Lautstärke verlieren sie jedoch an Auflösung und Tiefe. Wie bereits erwähnt, sind diese Monitore für den Nahfeldbetrieb konzipiert; ihre optimale Hördistanz beträgt maximal 70 cm. Was die Klangregelung angeht, empfand ich die Einstellung „Höhen/Tiefen“ von 0/0 dB als bestes Ergebnis. Dies sollte als Ausgangspunkt dienen. Bei Bedarf können Sie anschließend einen Software-Equalizer verwenden, die Lautsprecher kalibrieren usw.
Vergleiche
Ich kann sie nur mit den Mackie CR3 vergleichen, die in der gleichen Preisklasse liegen. Abgesehen vom Preis weisen beide Modelle ähnliche Eigenschaften auf. Meiner Meinung nach besteht der größte Unterschied darin, dass die CR3 keinen Klangregler besitzen; Bässe und Höhen lassen sich nicht einstellen, was definitiv ein Nachteil für die Mackie ist. Klanglich empfand ich die Eris E3.5 als höher, klarer und luftiger – sie haben übrigens einen etwas größeren Hochtöner –, während die CR3 massiver klingen, mit einer Betonung der Mitten und Bässe. Auch der Detailgrad und die Mikrodynamik sind bei den CR3 etwas geringer. Meine Wahl fällt daher eindeutig auf die Eris E3.5. Außerdem finde ich das Design der CR3 subjektiv lächerlich, aber Geschmackssache ist ja bekanntlich verschieden. Mit einem parametrischen Equalizer und einem günstigen Mikrofon lassen sich die Frequenzgänge beider Modelle natürlich bis zu einem gewissen Grad angleichen.
Abschluss
Meiner Meinung nach findet man für diesen Preis und in dieser Größe kaum bessere Monitore. Ich möchte betonen, dass es sich hier nicht um HiFi-Anlagen für den Heimgebrauch handelt; dafür sind sie schlichtweg nicht konzipiert. Die Eris E3.5 sind Nahfeldmonitore und entfalten ihr volles Potenzial nur, wenn die Bedienungsanleitung befolgt wird. Bei optimalen Bedingungen und Einhaltung aller Empfehlungen amortisieren sie sich jeden Cent und bieten sogar noch mehr. Wie man das Beste aus ihnen herausholt, habe ich bereits weiter oben beschrieben. Die Eris E3.5 sind eine ausgezeichnete Wahl für Studios mit sehr kleinem Budget, in denen keine hohe Präzision erforderlich ist. Zu den kleinen Nachteilen zählt, dass manche die tiefen Frequenzen vermissen werden; in diesem Fall lässt sich das Problem jedoch problemlos mit einem Subwoofer beheben. Alles andere ist, angesichts des Preises, ein klarer Pluspunkt. Daher empfehle ich die Eris E3.5 uneingeschränkt als kompakte Monitore für Zuhause oder das Büro mit begrenztem Platz- oder Budgetrahmen.


